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Liebe Freundinnen und Freunde! Wir hätten die blutigen Auseinandersetzungen im Kosovo nicht gebraucht, um zu wissen: Mit militärischen Mitteln ist kein Frieden zu schaffen
Liebe Freundinnen und Freunde!
Wir hätten die blutigen Auseinandersetzungen im Kosovo nicht gebraucht, um zu wissen:
Mit militärischen Mitteln ist kein Frieden zu schaffen.
Wir hätten die Bombardierungen in Falludscha nicht gebraucht,die Hunderten von Toten im Irak, nicht die geschändeten Leichen und nicht die toten US und anderen toten Soldaten, auch die fürchterlichen Terroranschläge und die Entführungen nicht, um zu wissen, Krieg ist kein Mittel um Terrorismus zu verhindern.
Wir
wussten es vorher und haben es immer wieder gesagt: Kriege lösen
keine Probleme, sie sind Grund für die sich steigernde
Gewalt in der Welt.
Bekämpft
werden müssen nicht die Völker, bekämpft werden muss
die soziale Ungleichheit in der Welt.
„Frieden
schaffen ohne Waffen“ ist die richtige Linie.
Notwendig
ist und bleibt eine Politik, die die soziale Spaltung
aufhebt und damit militärische Aggressionen vermeidet.Wer
den Terror mörderischer Attentate bekämpfen will, muss den
Terror der Ökonomie bekämpfen.
Gut
fanden wir darum die Haltung der deutschen Bundesregierung, mit ihrer
Kritik an Bushs Kriegspolitik im Irak.
Gut
fanden wir die Verweigerung der unmittelbaren militärischen
Beteiligung am US-Krieg im Irak.
Aber
das hat uns nicht blind gemacht.
Hat
uns nicht glauben lassen, die Regierung würde ausschließlich
auf Friedenspolitik setzen wollen.
Ja,
wir können nicht einmal sicher sein, dass es bei dieser Haltung
gegenüber den USA bleibt. Oder
glaubt jemand, Bush wäre hier in Mainz um sich von Schröder
diese ablehnende Position noch einmal erklären zu lassen. Ich
glaube das nicht. Zum
anderen nehmen wir wahr, dass die Bundesrepublik, ja das ganz Europa
seine Militärstrategie ändert. Weg
von der Landesverteidigung, hin zur militärischen Durchsetzung
und Verteidigung von ökonomischen und politischen Interessen
überall in der Welt.
Deutschland
soll nicht weiterhin ein ökonomischer Riese und ein
militärischer Zwerg in der Welt sein. Deutschland soll auch
militärisch mit entscheiden, was in der Welt zu geschehen hat.
Angeblich
sei dieser Umbau notwendig, weil die „Sicherheit der Bundesrepublik
(wird) auch am Hindukusch verteidigt wird.“
Nein,
lieber Herr Struck: Am Hindukusch kann die Sicherheit nur mit
friedlichen Mitteln verteidigt werden, indem soziale Spaltung,
Unterversorgung und Ausbeutung bekämpft werden.
Und
wer weitere Belege dafür braucht, dass es nicht um
Landesverteidigung, sondern um die militärische Durchsetzung
ökonomischer und politischer Interessen allüberall in der
Welt geht, der wird in der übergeordneten Militärdoktrin
der europäischen Union fündig.
Diese
Militärdoktrin der EU hat Gültigkeit für die
nationalen Mitgliedsstaaten, also auch für Deutschland.
Dort
heißt es:
„ Die
Energieabhängigkeit gibt Europa in besonderem Maße Anlass
zur Besorgnis. Europa ist der größte Erdöl- und
Erdgasimporteur der Welt. Unser derzeitiger Energieverbrauch wird zu
50 % durch Einfuhren gedeckt. Im Jahr 2030 wird dieser Anteil 70 %
erreicht haben.
Die
Energieeinfuhren stammen zum größten Teil aus der
Golfregion, aus Russland und Nordafrika.“
Folgerichtig
verlangt die Militärdoktrin „mehr Mittel für die
Verteidigung“, um den Aufbau flexibler mobiler Truppen zu
finanzieren, die zu „Kampfeinsätzen im Rahmen der
Krisenbewältigung einschließlich Frieden schaffender
Maßnahmen“ (Artikel III-210) eingesetzt werden sollen.
Und
Aufrüstung soll in Europa sogar Verfassungsrang erlangen –
weltweit einzigartig und skandalös zugleich:
„Die
Mitgliedsländer verpflichten sich, ihre militärischen
Fähigkeiten schrittweise zu verbessern“ lautet ein Artikel im
Entwurf der „Verfassung für Europa“ (Artikel I-40, Absatz 3)
Um
die regelmäßige Aufrüstung zu kontrollieren und
teilweise durchzuführen, wird ein „europäisches Amt für
Rüstung, Forschung und militärische Fähigkeiten“
eingerichtet.
Liebe
Freundinnen und Freunde!
Das
ist nicht unsere Politik.
Wir
wollen etwas anderes, um Frieden in der Welt zu schaffen.
Wir
wollen Abrüstung statt Aufrüstung.
Wir
verlangen eine grundsätzliche Abkehr von der sich ausbreitenden
internationalen Kriegspolitik, mit der die Mächtigen versuchen,
ihre Interessen mit militärischen Mitteln durchzusetzen.
Angriffskriege
müssen verhindert, die deutsche Beteiligung an den weltweiten
Kriegen muss gestoppt werden.
Unser
Widerstand gilt der Militarisierung der Europäischen Union, wie
sie im Entwurf der Europäischen Verfassung vorgesehen ist.
Wir
wollen eine friedliche Welt, globale Gerechtigkeit statt militärische
Vorherrschaft.
Wir
wollen zivile Prävention statt Präventivkriege.
Liebe
Freundinnen und Freunde!
Es gilt zu erreichen, was Albert Einstein an Sigmund Freud schrieb:
„Was für eine Welt könnten wir bauen, wenn wir Kräfte, die ein Krieg entfesselt, für den Aufbau einsetzten! Ein Zehntel der Energien, die die kriegführenden Nationen im Krieg verbrauchen, ein Bruchteil des Geldes, das sie mit Handgranaten und Giftgasen verpulvert haben, wäre hinreichend, um den Menschen aller Länder zu einem menschenwürdigen Leben zu verhelfen, sowie die Katastrophe der Arbeitslosigkeit in der Welt zu verhindern. (…)
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